⚔️ Das Attentat vom 20. Juli 1944
Der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 ist das zentrale Ereignis des deutschen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Claus Schenk Graf von Stauffenberg schmuggelte eine Bombe ins Führerhauptquartier „Wolfschanze" und zündete sie während einer Lagebesprechung. Hitler überlebte leicht verletzt – der Staatsstreich scheiterte.
Noch in derselben Nacht wurden Stauffenberg, von Haeften, Mertz von Quirnheim und Olbricht im Hof des Bendlerblocks erschossen.
⚖️ Der Volksgerichtshof
Hitler ließ einen „Ehrenhof" die beteiligten Offiziere aus der Wehrmacht ausstoßen – so konnten sie nicht vor dem Reichskriegsgericht, sondern vor dem Volksgerichtshof unter dem fanatischen Roland Freisler angeklagt werden. Es folgten über 55 Prozesse mit mehr als 100 Todesurteilen.
Erster Prozess (7.–8. August 1944): Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, Peter Graf Yorck von Wartenburg, Erich Hoepner, Paul von Hase, Hellmuth Stieff, Karl Friedrich Klausing, Robert Bernardis, Albrecht von Hagen – alle noch am selben Tag in Plötzensee erhängt.
Zweiter Prozess (7.–8. September 1944): Carl Friedrich Goerdeler, Wilhelm Leuschner, Josef Wirmer, Ulrich von Hassell, Paul Lejeune-Jung – durch Freisler zum Tode verurteilt und hingerichtet.
🪢 Die Hinrichtungen in Plötzensee
Zwischen 1933 und 1945 wurden in Plötzensee knapp 3.000 Menschen hingerichtet – zunächst mit dem Fallbeil (Guillotine), ab 1942 auch durch Erhängen an einem Balken mit bis zu 8 Haken gleichzeitig.
Die Leichen gingen an den Anatomen Hermann Stieve zur „Forschung". Die Asche der Hingerichteten wurde anonym verscharrt.
„Plötzenseer Blutnächte" (7.–12. September 1943): Nach einem Bombentreffer wurde die Guillotine zerstört. Auf telefonischen Befehl aus dem Reichsjustizministerium wurden daraufhin ~250 Häftlinge in Reihen zu je 8 erhängt – sechs davon irrtümlich.
Opfer des 20. Juli in Plötzensee: 89 Menschen aus den Widerstandskreisen wurden zwischen dem 8. August 1944 und dem 9. April 1945 in Plötzensee ermordet. Die letzte Hinrichtung fand am 20. April 1945 statt, fünf Tage vor der Befreiung durch die Rote Armee.
🕯️ Die Gedenkstätte heute
Der ehemalige Hinrichtungsschuppen ist heute eine würdige Gedenkstätte. Er enthält den original erhaltenen Abfluss im Boden sowie die Gedenkwand mit der Inschrift: „Den Opfern der Hitler-Diktatur der Jahre 1933–1945". Daneben stehen die katholische Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (1963) und die evangelische Plötzenseer Kirche mit Hrdlickas „Plötzenseer Totentanz".
📍 Hüttigpfad, 13627 Berlin • 🕘 Täglich 9–18 Uhr • 🎟️ Eintritt frei • gedenkstaette-ploetzensee.de